Wer den letzten Artikel gelesen hat, weiß: Es geht nach Madang, an die Nordküste Papua-Neuguineas. Neue berufliche Aufgaben warten – in einem Land, von dem wir schon als Kinder geträumt haben!

Aber…was soll inzwischen mit unserem Boot geschehen? Viele empfehlen, die Hallberg-Rassy Rasmus 35 zu veräußern, um Lagerkosten zu sparen. Ein gut gewartetes Schiffchen mit toller Reputation sollte vergleichsweise einfach zu verkaufen sein…tatsächlich? Wie von selbst kommen Interessenten von verschiedenen Seiten auf uns zu – aber wir sind noch nicht ganz bereit, uns sofort von Muoza zu trennen. Noch ist sie unser Haus, unser Ein und Alles. Deshalb kommt sie in die Turtle Cay Marina, ein paradiesisch gelegenes Plätzchen an der Karibikküste von Panama. Dort soll sie eine Auszeit an Land genießen und Klarheit über ihre Zukunft gewinnen. Mal sehen, ob wir in zwei Jahren wieder auf ihr leben und weitersegeln werden – oder etwas ganz anderes machen…

Für einen langen Aufenthalt an Land wird Muoza gründlich gereinigt, aufgeräumt, abgedeckt, vor Insekten, Sonne und Korrosion geschützt, mit einem Luftenfeuchter versehen. Unsere Freunde Peter und Jogi, werden vorort ein Auge auf das Boot haben, allfällige Wartungen durchführen – und auf Anfrage sogar verkaufen bzw. langfristig vermieten. Sollte dich bei dem Gedanken die Abenteuerlust packen: Komme einfach auf uns zu, etwa ab Ende September wird sie auch hier zu finden sein.

Erschöpft treffen wir in unserer Tiroler Heimat ein. Auf den Bergen liegt noch Schnee. Wir haben nur einige Tage Zeit. Also schnell unsere Lieben begrüßen, Dokumente aus dem Keller kramen, einen grippalen Infekt übertauchen – und weiter geht es nach Wien zur Vorbereitung bei unseren neuen Brötchengebern. Sie betrauen uns mit spannenden Aufgaben, als Beraterin und Berater lokaler Organisationen. Gerlinde wird die regionale Schulverwaltung, Gunther eine Organisation zur Förderung kommunaler Projekte beraten.

Von den neuen Kolleginnen und Kollegen sind wir begeistert. Sie zeigen sich engagiert und offen, selbstkritisch und professionell. So einen Rahmen haben wir uns gewünscht. Die Ausbildung erweist sich als interessant, abwechslungsreich, sogar abenteuerlich: Neben fachlichen und kulturellen Themen trainieren wir beispielsweise das Verhalten bei Überfällen. Die Passanten in Wien staunen nicht schlecht, als vier „Räuber“ auf offener Straße einen Kleinwagen überfallen und damit das Weite suchen! Natürlich werden sie aufgeklärt, um einen Polizei-Einsatz zu vermeiden.

Ein mehrfacher Staatsmeister im Geländefahren treibt uns mit einem brandneuen Landcruiser durch eine Schottergrube, ist voll des Lobes: Er habe in diesem Rahmen noch nie so eine gute Gruppe trainiert. Wir wachsen innerlich um einige Zentimeter.

Darüber hinaus erhalten wir eine Führung in normalerweise verschlossenen Magazine des Weltmuseums. Der Experte bittet uns, Ausschau nach interessanten Artefakten zu halten. Es mache nichts, wenn es sich um Gegenstände mit touristischem oder westlichem Hintergrund handle. Dies sei vor 150 Jahren auch nicht anders gewesen. Zum Beweis zeigt er uns eine wertvolle Steinaxt – deren Stein mit einer alten Konservendose am Stiel befestigt ist!

Den Abschluss der Ausbildung bildet ein Sprachkurs in der papuanischen Verkehrssprache Tok Pisin. Ulla, unsere Lehrerin, hat papuanische Wurzeln und liefert eine faszinierende Einführung in Sprache und Landes-Sitten.

Zwei Monate, prall gefüllt mit Seminaren und Terminen – da schlägt das österreichische Lebensgefühl durch: Verlockendes, überall verfügbares Essen bringt uns in Versuchung – und die Körperwaage auf Touren. Wir bekommen Besuch aus Panama, bestaunen die klima-streikenden Schüler in der Stadt und die rührige Landjugend in Niederösterreich. Die vielen Eindrücke, Erledigungen, Begegnungen und Wetterkapriolen ermüden Geist und Körper.

Es tut sich was in unserem Leben – zeitgleich öffnen sich mehrere Kapitel: Ein neues Haus wartet in einer exotischen Heimat, eine Kooperation mit Menschen aus einer uns noch fremden Kultur, eine neuartige Form des Reisens, Arbeitens und des Zusammenlebens. Ein unbekanntes Umfeld wird zu einem Rahmen, der mit Erfahrungen und Wachstum gefüllt werden will – beruflich sowie persönlich.

Alea iacta est – der Würfel ist geworfen – er taumelt aber noch frei durch die Luft. Wie er fallen, purzeln und schließlich liegen bleiben wird, werden wir bald herausfinden. Optimistisch, aber auch aufgeregt, hoffen wir, neue Ebenen zu erreichen: Als Individuen, als Paar, als systemische Berater, als erfahrene Crew – aber auf einem neuen „Schiff“!

Die Wartezeit für die Visa, etwa 10 Wochen, verbringen wir in Tirol. Diese Zeit nutzen wir für wichtige Begegnungen mit Familien und Freunden, für Arztbesuche, Einkäufe, Erledigungen aller Art – und etwas Arbeit von zu Hause aus. Wir schweben in einer Art Zwischenzeit; beobachten, wie die Zeit viel zu langsam und zugleich viel zu schnell durch das Stundenglas rieselt.

Eine Anruf aus Wien erreicht uns. Obwohl wir lange Reisen mittlerweile gewohnt sein sollten, werden wir nervös: Die Visa sind bewilligt. Der Abflug nach Papua-Neuguinea soll in wenigen Tagen erfolgen. Nach unserer Landung in Papua Neuguinea wartet ein umfangreiches „In-Country-Training“ mit Inlands-Reisen und weiteren Ausbildungsinhalten…

…und wenn ihr wollt, werden wir weiter darüber berichten!

Kommentare

  1. Hermann

    Ich habe den neuen Artikel mit Interesse gelesen und mich gefreut, wieder von Euch zu hören. Selbstverständlich will ich weiterhin informiert werden, wie es mit Euch weitergeht. Ich wünsche Euch viel Glück in Papua Neu Guinea und bin schon gespannt auf kommende Berichte.

    Antworten
    • Gunther

      Danke Hermann, freut uns sehr, so treue Leser zu haben, das lässt uns ein paar Zentimeter wachsen. Juhui! 🙂

      Antworten
  2. Hallo, ihr beiden Globetrotters! Wir wünschen gute Ankunft in Madang. Die ersten paar Brocken dieser neuen Sprache dort klangen irgendwie witzig, freundlich. Möge es eure neue Umgebung ebenso sein! Keep us posted! Big hug aus Zirl, C.

    Antworten
    • Gunther

      Huhu Frau Multimusikerin! Super, dass ich euch am Bankflestl sehen konnte – hoffentlich bald mal wieder, könnte aber noch ein bissi Schmelzwasser den Ehnbach runterfließen…egal, mir gfrein ins schu!

      Antworten
  3. SY Telefine

    Hallöchen Muozas ,
    spannend von Eurer neuen Aufgabe zu lesen.
    Klingt auf alle Fälle nach viel neuen Abenteuern !
    Bei uns sind es auch schon wieder zwei Jahre her seit wir wieder zu Hause sind. Wahnsinn wie die Zeit vergeht.

    Wir wünschen Euch einen guten Start für die neue Aufgabe und eine spannende Zeit !

    Lg.
    Enrico,Birgit & Sanna

    Antworten
    • Gunther

      Mah das ist ja eine nette Nachricht! Geht es euch gut? Sanna? Und eurem Bordhündchen? Wir sind neugierig! Fühlt euch gedrückt!

      Antworten
  4. Brigitte Knaus-Mayer

    Hallo ihr Lieben,
    jedem Anfang wohnt ein Zauber inne… dies ist mir aus Euren Zeilen erfrischend entgegengesprungen 😉
    Natürlich freuen wir uns über weitere Berichte, insbesondere da sie so inspirierend-lebendig geschrieben sind. Alles Liebe für Euch und einen „zauberhaften“ Start im neuen Leben. Brigitte vom Bodensee 🙂

    Antworten
    • Gunther

      Ist das nett von euch zu lesen! Was macht eure Moody? Sehnt sie sich schon ein bisschen nach Salzwasser? Passt gut auf euch auf und lasst mal wieder was von euch hören! 🙂

      Antworten
    • Gunther

      Ihr beiden Unglaublichen! Lasst uns unbedingt in Kontakt bleiben! Und bitte lasst es euch weiterhin richtig gut gehen – z.B. mal einen Ausflug nach Papua? 😉

      Antworten
  5. Christoph

    Hallo ihr zwei Lieben!
    Viel Freude, Glück und Erfolg im nächsten Abenteuer!
    Wir denken an Euch!!!
    Liebe Grüsse aus Bern
    Christoph + Yoko

    Antworten
    • Gunther

      Hallo ihr vier! Danke für die liebe Nachricht, auch euch alles erdenklich Gute – vielleicht kommt ihr ja auf dem Weg nach Japan mal bei uns vorbei…? 😉

      Antworten
  6. Hallo Ihr beiden, wir wünschen Euch ein bisschen“ neidisch“ und sehnsüchtig einen guten Start in PNG. WIR Waren sehr gerne dort, bitte berichtet!

    Antworten
    • Gunther

      Katrin! Reinhard! Geht’s euch gut? Keinen Grund zum neidisch sein, ihr seid immer willkommen! 🙂

      Antworten
  7. Hallo, na das ist ja eine tolle Herausforderung. Wünsche euch gutes Gelingen und viele spannende Begegnungen.
    LG Martina/ Wien

    Antworten
    • Gunther

      Kalimera miteinander! Sind ja gespannt, ob ihr es schnell genug über den ganz ganz großen Teich schafft – oder ob wir euch inzwischen einholen…? Wir freuen uns jedenfalls auf das nächste Treffen! Liebe Grüße nach…wo immer ihr seid!

      Antworten

Antwort auf Martina

Hier klicken, um das Antworten abzubrechen.